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01.11.2026 | ca. 7 Minuten Lesezeit
Photovoltaik im Winter: Produziert die Anlage auch bei Kälte, Wolken und Schnee?
Viele verbinden Photovoltaik vor allem mit sonnigen Sommertagen. Doch auch im Winter erzeugt eine PV-Anlage Strom - nur unter anderen Bedingungen. Entscheidend ist nicht die Wärme, sondern das vorhandene Licht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Photovoltaikanlagen produzieren auch im Winter Strom.
  • Entscheidend ist die verfĂ¼gbare Sonneneinstrahlung - nicht die AuĂŸentemperatur.
  • Im Winterhalbjahr wird deutlich weniger Strom erzeugt als im Sommerhalbjahr.
  • Auch bei bewölktem Himmel kann eine PV-Anlage durch diffueses Licht Strom produzieren.
  • Der tiefe Sonnenstand kann Verschattungen stärker wirken lassen.
  • Schnee kann die Produktion vorĂ¼bergehend reduzieren.
  • Ein Batteriespeicher kann vorhandenen Solarstrom zeitversetzt nutzbar machen, aber keine fehlende Erzeugung ersetzen.
Weniger Sonne bedeutet weniger Ertrag - aber nicht null Strom.

Produziert eine Photovoltaikanlage im Winter Ă¼berhaupt Strom?

Ja - Photovoltaikmodule benötigen Licht, um Strom zu erzeugen. Wärme ist dafĂ¼r nicht erforderlich.
Deshalb produziert eine PV-Anlage auch an kalten Wintertagen Energie, solange ausreichend Licht auf die Module trifft. Selbst bei bewölktem Himmel gelangt noch ein Teil der Sonnenstrahlung auf die Modulflächen.
Sommer
  • lange Tage
  • hoher Sonnenstand
  • viel Einstrahlung
  • hohe Stromproduktion
Winter
  • kurze Tage
  • niedriger Sonnenstand
  • weniger Einstrahlung
  • geringere Stromproduktion
Wie viel Strom produziert eine PV-Anlage im Winter?
Der Unterschied zwischen Sommer und Winter ist deutlich. Im Schnitt werden im Winterhalbjahr (Oktober bis März) ungefähr 20-30 Prozent des gesamten Jahresertrags einer PV-Anlage erzeugt. Das bedeutet aber nicht, dass die Anlage im Winter kaum einen Nutzen hat. Auch die in dieser Zeit erzeugten Kilowattstunden können direkt im Haushalt genutzt werden und reduzieren damit den Strom, der aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss.

Warum ist der Ertrag im Winter geringer?

Der wichtigste Grund ist die geringere Sonneneinstrahlung. Dabei spielt die sogenannte Globalstrahlung eine entscheidende Rolle. Sie beschreibt die gesamte Sonnenstrahlung, die tatsächlich auf der Erdoberfläche ankommt.
Sie besteht im wesentlichen aus:
  • direkter Strahlung - Sonnenlicht trifft direkt auf die Module
  • diffuser Strahlung - Licht wird beispielsweise durch Wolken gestreut und erreicht trotzdem die Modulfläche
Im Winter ist die Globalstrahlung deutlich geringer, weil die Sonne niedriger steht und die Tage jĂ¼rzer sind. Weitere Faktoren sind:
kĂ¼rzere Tageslänge
niedriger Sonnenstand
häufigere Bewölkung
stärkere Verschattung
gelegentliche Schneebedeckung

Spielt Verschattung im Winter eine grĂ¶ĂŸere Rolle?

Ja - durch den niedrigen Sonnenstand entstehen im Winter längere Schatten. Dadurch können Hindernisse, die im Sommer kaum Auswirkungen haben, einen grĂ¶ĂŸeren Teil der Module verschatten. Dazu zählen beispielsweise:
  • Bäume
  • Schornsteine
  • Antennen
  • Nachbargebäude
  • Dachaufbauten
Deshalb sollte eine gute Anlagenplanung mögliche Verschattung nicht nur im Sommer, sondern Ă¼ber das gesamte Jahr berĂ¼cksichtigen.

Was passiert, wenn Schnee auf der Anlage liegt?

Liegt eine geschlossene Schneedecke auf den Modulen, erreicht deutlich weniger Licht die Solarzellen. Dadurch kann die Stromproduktion stark sinken oder zeitweise nahezu zum Erliegen kommen.
Auf geneigten Dächern kann Schnee häufig von selbst abrutschen, sobald Temperaturen steigen oder sich die Moduloberfläche durch Sonneneinstrahlung leicht erwärmt.

Welche Rolle spielt ein Batteriespeicher im Winter?

Ein Batteriespeicher ist im Winter beispielsweise dann sinnvoll, wenn die Anlage mittags Strom produziert, dieser aber erst am Abend benötigt wird.
Allerdings gilt auch hier:
Ein Batteriespeicher erzeugt keinen zusätzlichen Solarstrom!
An sehr ertragsschwachen Tagen kann deshalb auch ein groĂŸer Speicher nur die Energie bereitstellen, die zuvor tatsächlich erzeugt wurde. Ein Speicher hilft also vor allem dabei, Erzeugung und Verbrauch zeitlich besser aufeinander abzustimmen.

Fazit

Photovoltaik ist keine reine Sommertechnologie. Auch in den Wintermonaten produziert eine PV-Anlage Strom. Der Ertrag fällt zwar deutlich niedriger aus als in den Sommermonaten, dafĂ¼r sind jedoch vor allem die kĂ¼rzeren Tage, der niedrige Sonnenstand und die geringere Sonneneinstrahlung verantwortlich.
Kälte ist fĂ¼r Solarmodule grundsätzlich kein Problem. Auch Wolken bedeuten nicht automatisch Stillstand und Schnee sorgt meist nur zeitweise fĂ¼r reduzierte Erträge.
Eine gute Photovoltaikanlage wird nicht fĂ¼r den besten Sommertag oder den dunkelsten Wintertag geplant - sondern passend zum Energiebedarf Ă¼ber das ganze Jahr.

Zentrale in Karlsbad

Niederlassung in Eichstetten